Schatz des hl. Viktor

Geschichtsverein besucht Stiftsmuseum und Stiftsbibliothek in Xanten

© Stiftsmuseum Xanten

Am 25. November 2017 führte Ursula Kleinstäuber kunstinteressierte Mitglieder des Geschichtsvereins Bedburg-Hau durch das Stiftsmuseum und die Stiftsbibliothek in Xanten. Die kostbaren Bestände des Museums, die bis ins 5. Jahrhundert zurückgehen, sind in zehn thematisch und chronologisch angeordneten Schauräumen untergebracht. Von der frühen Geschichte, d.h. von der Zeit Cäsars bis ins 11. Jahrhundert, zeugen römische Kaisermünzen, bronzene Götterfiguren sowie ein gläserner Schmuckboden. Zu bestaunen gibt es Pergamenturkunden und Handschriften aus altrömischer Zeit. Ein Raum trägt den Titel „Reliquiare“. Zu sehen sind hier u.a. wertvolle Kästchen, die eigens zur Aufnahme von Reliquien gefertigt wurden. Ein weiterer Raum veranschaulicht die Geschichte des Stifts anhand von grafischen Blättern und originalen Gemälden. Spätmittelalterliche Heiligenfiguren und Reliefe geben Zeugnis von der Kunstfertigkeit niederrheinischer Bildschnitzer. Zwei Schauräume beherbergen den Paramentenbestand des Museums. Unter Paramenten versteht man liturgische Kleidungsstücke, Priestergewänder und Stoffe. Im letzten Raum sind prachtvolle Hand- und Druckschriften vom 12. bis zum 18. Jahrhundert zu sehen, u.a. Auszüge aus einer Bibel um 1130.

© Klaus Sanders, Bedburg-Hau

Die Stiftsbibliothek, die nur bei speziellen Führungen zugänglich ist, umfasst ca. 15000 Werke in 10000 Bänden. Dabei handelt es sich um Bibeln, Heiligenlegenden, Predigt- und Gebetbücher, juristische und medizinische Werke sowie Schul- und Geschichtsbücher. All diese Werke werden einem aufwändigen Konservierungsprozess unterworfen. Dabei werden die Bücher auf minus 30 Grad Celsius tiefgefroren, um tierische Schädigungen auszuschließen. Zu den gedruckten Büchern zählen auch 450 sogenannte Inkunabeln (Wiegendrucke) aus der Frühzeit des Buchdrucks. Diese ähneln zum Teil den bekannten Reclam-Heftchen unserer Zeit. Eines dieser Heftchen trägt die Überschrift „Hortus Sanitatis“ (Gesundheitsgarten) und befasst sich mit der Anlegung von Klostergärten und der Kultivierung von Heilkräutern.

Ursula Kleinstäubers Führung durch das Stiftsmuseum und die Bibliothek war geprägt von Sachkunde und gespickt mit feinfühligem Humor. Dafür dankten ihr die Teilnehmer mit Beifall.

Bericht: Hans Burg

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