Wisseler Dünen

Lehrgang durch die Wisseler Dünen

Lehrgang durch die Wisseler Dünen

Freitag, 31. Juli 2015. Es ist ein warmer, son- niger Sommernachmittag. Zweiundzwanzig wiss- begierige Frauen und Männer haben sich, der Einladung des Geschichtsvereins folgend, im Kalkarer Ortsteil Wissel eingefunden, um sich vom Niederrhein-Guide Willi Miesen durch die Dünen führen zu lassen. Schnell merken die Teilnehmer, dass dieser die Dünen wie seine eigene Westentasche kennt. Sie lernen, dass die Dünen keineswegs, wie lange vermutet, Reliktes der Eiszeit sind. Die Entwicklung der Binnen- dünenlandschaft beginnt vielmehr im Mittelalter. Auf dem Areal, das nahezu achtzig Hektar groß ist, schwemmte der Rhein immer wieder Sand an, der durch den Wind verweht wurde und sich zu sanften Hügeln auftürmte. Seit 1935 steht die Dünenlandschaft unter Naturschutz. Sie ist umgeben vom Wisseler See, der einst  ein Altrheinarm war.

Der Boden des Dünengebietes ist teils lehmig, teils sandig, ein idealer Boden für den Anbau von Tabak. Tatsächlich wurde in Wissel etwa seit Mitte des 18. Jahrhunderts  Tabak gepflanzt.

Viele Heimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg versorgten sich hier mit Tabak. Erst 1960 gab der letzte Bauer schließlich den Tabakanbau auf.Natürlich hat die Wisseler Dünenlandschaft eine spezielle Flora und Fauna. Binse, Silbergras, kleiner Sauerampfer und Bergsandglöckchen sind hier angesiedelt. Auch die bodendeckende Kriechweide breitet sich hier aus.Wild gibt es in den Dünen nicht, wenn man mal von Kaninchen absieht. Dünentypische Tiere sind Sandlaufkäfer, Sandbienen und der Bläuling, ein kleiner blauer Schmetterling. Vogelarten, die man auf den offenen Weideflächen innerhalb des Dünengebietes beobachten kann, sind der Wiesenpieper und die Feldlerche. Am Rand der Gebüsche lassen sich zuweilen die Dornengrasmücke und die Nachtigall nieder. Im Frühjahr sieht man Brandgänse, die Brutplätze in den zahlreichen Karnickel- bauten herrichten. An Greifvögeln werden, wie Willi Miesen erwähnt, Bussarde und Käuzchen gesichtet.

Nach knapp zwei Stunden ist die aufschlussreiche Dünenwanderung zu Ende. Den Dank der Teilnehmer, ausgesprochen vom Geschichtsvereinsvorsitzenden Norbert Pies, hat der Niederrhein-Guide redlich verdient.

(Bericht: Hans Burg. Fotos: Hans Burg, Peter Thomas)

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