Schneppenbaum

St. Markus Bedburg (Ansichtskarte, um 1910)
St. Markus Bedburg (Ansichtskarte, um 1910)

Die alte Bauernschaft besaß zwar keinen ausgeprägten Siedlungskern, doch lag auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils das Prämonstratenser­stift Bedburg, eine Gründung der Grafen von Kleve. Heute erinnert noch die wiederhergestellte romanische Kirche St. Markus an das Frauenkloster, das 1519 in ein freiweltliches Damenstift umgewandelt und 1802 aufgelöst wurde.

Der Ortsteil leitet seinen Namen von einem Durchlass durch die Klevische Landwehr her. Diese Landwehr, um 1400 von Graf Adolf II. von Kleve zur Landesverteidigung angelegt, bildete im Spätmittelalter die Grenze zum Herzogtum Geldern. Noch heute verläuft hier die die Gemeindegrenze zwischen Bedburg-Hau und Goch. Den Durchgang ermöglichten bewachte Schlagbäume oder Dreh­kreuze. Einer dieser Durchlässe wurde wohl nach dem Bauern Derik Sneppe, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Nähe des Schlag­baumes wohnte, „sneppenboom“ genannt. Entlang der Uedemer Straße ist in Richtung Tannenbusch noch ein Stück dieses Abschnittes der Landwehr längs des Straßenverlaufs zu erkennen. Von der Landwehr sind in diesem Bereich nur noch vereinzelte Restabschnitte erhalten. Der Bewuchs auf den Resten der Landwehr ist ein wertvolles und schützenwertes Biotop.

 

St. Markus Bedburg

An der Stelle eines alten Siedlungsplatzes gründeten Graf Arnold I. von Kleve und seine Frau Ida auf Anregung von Norbert von Xanten, dem Gründer des Prämonstratenserordens und späteren Erzbischof von Madgeburg, um 1121/24 ein Kloster. In der Anfangszeit wohl als Doppelkloster für Männer und Frauen organisiert, war der Konvent später nur Frauen vorbehalten. Es entstand eine Klosteranlage, von der heute nur noch die ehemalige, ursprüng­lich der Gottesmutter Maria und Johannes dem Täufer geweihte Kirche erhalten ist.

Im Jahr 1519 wurde das in die Krise geratene Kloster in ein freiweltliches Damenstift um­gewandelt. Im 17. Jahrhundert fanden in den Kreis der Stiftsdamen auch evangelische adlige Töchter Aufnahme, die jetzt zwei Drittel der Kanonissenstellen innehatten. 1604 bezogen die Stiftsdamen in Kleve einen neuen Konvent.

Nach der Aufhebung des Stiftes 1802 diente die Kirche, durch den Abbruch der Seitenschiffe in der Bau­gestalt stark beeinträchtigt, als Pfarrkirche (ab 1804). Die ursprüng­liche Kreuz­gestalt der über­wiegend im romanischen Stil erbauten Kirche wurde 1900/02 wieder­hergestellt.