Louisendorf

Louisenplatz mit Kirche und Pfarrhaus (Ansichtskarte 1925)
Louisenplatz mit Kirche und Pfarrhaus (Ansichtskarte 1925)

Am 30. September 1820 genehmigte der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Anlage eines Kolonistendorfes. Schon 1821 wurde die Siedlerstellen an Nachfahren der pfälzischen Bauern vergeben, die 1741 auf dem Weg nach Amerika am Niederrhein gestrandet waren und sich auf der Gocher Heide (Pfalzdorf) angesiedelt hatten. Zwar 1848 folgte die Gründung einer lutherischen Kirchengemeinde, doch erst 1860/61 konnte die Elisabeth-Kirche auf der zentralen Kuppe des Louisenplatzes errichtet werden. Fast einmalig ist die Dorfanlage mit planmäßigem, rechtwinkeligem Wegenetz; es gibt in Europa nur wenige vergleichbare Beispiele (u.a. Kolonie Wortel/Belgien, Kolonie Willem­oord/Niederlande). Die Höfe wurden nach einheitlichem Muster in Streulage errichtet. Im Zentrum wurde zum Gedenken an die Namens­patronin des Dorfes der Louisenplatz mit einem Kranz von 34 Linden angelegt.

An den verdienten Heimatforscher und Dichter Jakob Imig (1905–1994) erinnert die Begegnungsstätte der Louisendorfer und Pfälzer, das Jakob-Imig-Archiv. Hier wird der literarische und heimatkundliche Nachlass von Jakob Imig verwahrt. Auch der Pfälzerbund am Niederrhein unterhält hier sein Archiv.

 

Elisabethkirche

Die backsteinsichtige Saalkirche mit dreigeschossigem Turm wurde 1860/61 errichtet. Bei der Namensgebung fiel die Wahl auf die Ehefrau des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm IV., Elisabeth von Bayern, die durch eine Stiftung den Bau gefördert hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bei der Beseitigung der schweren Schäden das Innere verändert und der Turm ohne Spitzhelm wieder­hergestellt.

Quelle (zur Gründung Louisendorfs):

Kabinettsorder König Friedrich Wilhelms III. an den Minister der Finanzen, 30.09.1820 (Abschrift im Nachlass Imig, Gemeindearchiv Bedburg-Hau, N1 143; Transkription bei Jörissen, 175 Jahre Louisendorf, S.15)

Literatur (in Auswahl):
• Imig, Jakob: 150 Jahre Louisendorf. Werden und Wachsen eines niederrheinischen Kolonistendorfes. [Goch1970]
  (Schriftenreihe des Pfälzerbundes am Niederrhein e.V.; 3).
• Imig, Jakob: Kultivierung des Kalkarer Waldes. Louisendorf entsteht. In: Kalender für das Klever Land 1965, S. 72–74.
• Imig, Jakob: Zur Entstehung von Louisendorf. Ein Nachtrag. In: Kalender für das Klever Land 1974, S. 118–120.
• Jörissen, Josef: 175 Jahre Louisendorf. Chronik eines Pfälzerdorfes am Niederrhein. [Goch] 1995.