Till-Moyland

Schloss Moyland (Ansichtskarte, um 1910)
Schloss Moyland (Ansichtskarte, um 1910)

Till ist eine alte Bauernschaft, die wohl schon 1188 erstmalig urkundlich genannt wird. Hier gab es zwei befestige Adelssitze, Haus Till und Haus Ossenbroek, die aber nur als Bodendenkmale erhalten sind. Bedeutend ist die Entdeckung von archäologischen Spuren römischer Legionslager, vermutlich aus der frühen Kaiserzeit, im Bereich der Höfe Kapitelshof und Westrichhof.

In Till geboren wurde Johannes Maria Verweyen (1883-1945), Professor der Philosophie an der Universität Bonn, 1934 entlassen wegen seines Gegensatzes zur NS-Ideologie, verstorben im KZ Bergen-Belsen.

 

Kirche St. Vincentius

Eine Pfarrkirche in Till wird erstmals in der zweiten Hälfte des 13. Jahr­hunderts erwähnt. Die Geschichte der Tiller Kirche reicht wohl viel weiter zurück, weil schon für die Zeit Kaiser Ottos des Großen (836-873) ein "custos ecclesiae" genannt wird. Dies belegen auch zwei Memoriensteine des 9. und 10. Jahrhundert. Der zweischiffige Kirchenbau stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und wurde um 1850 durch Friedrich von Schmidt, der in der Kölner Dombauhütte unter Friedrich Zwirner tätig war, im neugotischen Stil umgestaltet. Hierbei wurde die barocke Innengestaltung durch eine noch heute guterhaltene neugotische Ausstattung ersetzt.

 

Schloss Moyland

Der Gutshof und Herrensitz Moyland wurde im 17. Jahrhundert zum barocken Schloss umgebaut und gehörte ab 1695 den Kurfürsten von Brandenburg und späteren Königen von Preußen. 1766 gelangte Moyland in den Besitz der Familie von Steengracht. Seit 1997 wird das Schloss als Museum für moderne Kunst genutzt.

1307: Erstnennung Moyland als Erbpachtgut der Grafen von Kleve
1332: Belehnung des Ritters Roland Hagedorn
1695: Erwerb durch Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg
1766: Verkauf an Familie van Steengracht (bis 1987)
um 1855: Umbau von Kölner Dombaumeister Zwirner im neugotischen Stil
seit 1997: Museum Schloss Moyland (mit Sammlung van der Grinten und Joseph-Beuys-Archiv)