25 Jahre Rheinischer Mühlenverband 1993–2018

25 Jahre Rheinischer Mühlenverband 1993–2018 (Cover)
Chronik des Rheinischen Mühlenverband 1993–2018

Sechs Jahre nach der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlen­erhaltung (DGM) wurde mit Unterstützung dieses Bundesverbandes am 17. Mai 1993 unter dem Vorsitz von Oberkreisdirektor Rudolf Kersting der Niederrheinische Mühlenverein in der Alten Mühle Donsbrüggen ins Leben gerufen, der bereits ein Jahr später seinen Namen in Nieder­rheinischen Mühlenverband änderte. Im Jahre 2001 wurde der Verband schließlich, den Interessen der Mühlenfreunde aus der Eifel und dem Bergischen Land Rechnung tragend, in „Rheinischer Mühlenverband“ umbenannt.

Ziel des Verbandes ist es, sich für die Erhaltung und Erforschung der Wind- und Wassermühlen im Rheinland als Kulturzeugnisse und Wirtschaftseinrichtungen einzusetzen. Das kann unter anderem geschehen durch die Inventarisation bestehender und ehemaliger Mühlen und deren Erforschung der Geschichte, durch die Pflege und Inbetriebnahme von Mühlen und die Sammlung und Sicherung von Dokumenten und Literatur zum Mühlenwesen.

Die über 200 Seiten umfassende, reich bebilderte Chronik berichtet neben der Gründung und einer ausführlichen Entwicklung des Verbandes vor allem auch über die besonderen Veranstaltungen des Rheinischen Mühlenverbandes.

Dazu gehören in erster Linie die Mühlenausstellungen, wie z.B. in der Historischen Mühle von Sanssouci in Potsdam und im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer, im Rathaus der Stadt Düsseldorf, in Banken und Sparkassen der Region, im Immobilien-Center der Sparkasse in der Stadt Duisburg oder auf Messen. Im Rathaus der Gemeinde Kranenburg wurde eine Ausstellung unter dem Titel „Wind- und Wassermühlen im D-NL-Grenzraum präsentiert, wobei auch Mühlen aus Limburg und Gelderland vorgestellt wurden.

Der Rheinische Mühlenverband, der Mitglied der DGM ist, hat als einer der vierzehn Landes­verbände bereits zwei bundesweite Auftaktveranstaltungen zum Deutschen Mühlentag im Verbandsgebiet durchgeführt, und zwar 1996 an der Alten Mühle in Donsbrüggen und 2009 an der Schrofmühle in Rickelrath, worüber die Chronik in Wort und Bild umfassend informiert. Bei den weiteren jährlich stattfindenden Mühlentagen, an denen bis zu 65 Mühlen aus dem Verbands­gebiet teilnehmen, wird in einem sich jährlich ändernden größeren Zusammenhang über das Mühlenwesen im Allgemeinen und über einzelne Mühlen im Detail berichtet. Ebenso sind auch die beiden dreitägigen Jahrestagungen der DGM in Kleve 2001 und in Wegberg 2015 dokumentiert. An diesem Event, bestehend aus Versammlungen und Exkursionen, nehmen regelmäßig Mühlenfreunde aus ganz Deutschland und den Niederlanden teil.

Von den rund 150 Mitgliedern des Rheinischen Mühlenverbandes – darunter auch weit mehr als ein Dutzend niederländische Mühlenfreunde – sind etwa 80 Mitglieder Mühlen oder Fördervereine von Mühlen. Bei besonderen Ereignissen an diesen Mühlen, wie zum Beispiel bei Jubiläen oder bei Abschluss von Renovierungen oder Durchführung besonderer Mühlentage, wird anhand der Chronik die Entstehung und der Werdegang der betroffenen Mühlen in Form eines kurzen Lebenslaufes dargestellt. Auch niederländische Mühlen im Grenzraum, wie z. B. die Thornsche Mühle, finden Berücksichtigung.

Was die Beziehungen zu den Niederlanden anbelangt, so hat sich im Laufe der Jahre eine stets wachsende Intensität der Zusammenarbeit entwickelt, so unter anderem bei der Müllerausbildung zum Freiwilligen Müller, wobei nicht nur auf niederländische Ausbildungsunterlagen zurückgegriffen wird, sondern auch niederländische Müller bei der Ausbildung mitwirken. Übrigens wurde die Müllerausbildung federführend in der Kalkarer Mühle unter der Leitung von Gerd Hage durchgeführt. Auch bei der Renovierung von Mühlen wird in den meisten Fällen die Hilfe von niederländischen Mühlenbaufirmen in Anspruch genommen, was ebenfalls im Rahmen der Chronik dokumentiert wird.

Was die Publikationen zur Mühlenerforschung betrifft, so hat der ehemalige Stellvertretende Vorsitzende des Rheinischen Mühlenverbandes, Dr. Hans Vogt, in seinen Büchern „Der Niederrheinische Wassermühlenführer“ und „Die Rheinischen Windmühlen“ sowohl die ehemaligen Mühlen als auch alle noch heute existierenden Mühlen im Verbandsgebiet dokumentiert. Ferner hat er Begleithefte zu den Mühlenausstellungen in Potsdam und Kevelaer geschrieben und schließlich auf Bitten der Landesregierung in NRW im Jahre der Industriekultur 2000 einen Aufsatz über die Wind- und Wassermühlen in NRW verfasst, wofür er 2001 mit dem DGM-Preis ausgezeichnet wurde. In seiner Nachfolge hat Vorstandsmitglied Josef Jörissen für das Niederrhein-Magazin der Niederrhein Akademie und für die RWTH Aachen über das Mühlenwesen im Rheinland berichtet und nunmehr diese Chronik zum 25-jährigen Bestehen des Rheinischen Mühlenverbandes verfasst.

Schließlich hat der Rheinische Mühlenverband des Weiteren in Eigenregie eine Mühlenkarte mit den wichtigsten Mühlen im Rheinland erstellt. Auf der Vorderseite der Karte ist die Topographie mit den Mühlenstandorten dargestellt, auf der Rückseite sind neben einer Mühlen-Typologie die meisten Mühlen per Foto bildlich präsentiert.

Im Anhang der Chronik wird in Text und Bild an das 25-jährige Bestehen des Rheinischen Mühlenverbandes im Jahr 2018 erinnert.

Herausgeber der Chronik ist in Absprache mit dem Rheinischen Mühlenverband der Geschichtsverein Bedburg-Hau.

 

Josef Jörissen: 25 Jahre Rheinischer Mühlenverband 1993–2018. Hrsg.: Geschichtsverein Bedburg-Hau e.V. Bedburg-Hau 2026.

198 Seiten, 100 Abbildungen

15,– Euro (erhältlich an der Infotheke im Rathaus der Gemeinde Bedburg-Hau)