Jakob Imig

Jakob Imig

 

Der am 17. Januar 1905 geborene Jakob lmig war eigentlich ein Bauer aus echtem Schrot und Korn, der seinen Acker bestellte, wie es halt alle Landwirte machten. Doch hatte er sehr vielfältige lnteressen.

Bereits als 14-jähriger hatte er eine Ausbildung am Harmonium erfahren und 1921 begann sein erster Organistendienst in Louisendorf. 1946 übernahm er nebenberuflich die Organistenstelle in Moyland und leitete dazu den dortigen Kirchenchor. Von 1971 bis 1986 übernahm er zusätzlich den Organistendienst in Louisendorf.

Aber Jakob lmig hatte nicht nur eine Neigung zur Musik, sondern er interessierte sich auch für Geschichte und Familienforschung. So schrieb er bereits vor dem Krieg die Kirchenbücher der Gemeinden Louisendorf, Moyland, Kalkar Neulouisendorf und Pfalzdorf ab und machte sie so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die gemeinsame Geschichte und Herkunft der niederrheinischen Pfälzer zu erforschen und publik zu machen, erschien ihm ein weiteres wichtiges Ziel zu sein, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass er an der Gründung des seit 1955 bestehenden Pfälzerbundes am Niederrhein mitwirkte. Seit 1955 verfaßte Jacob lmig die jährliche Schrift des Pfälzerbundes „Pfälzer am Niederrhein“.

Sein Buch „150 Jahre Louisendorf – Werden und Wachsen eines niederrheinischen Kolonistendorfes“ hat wegen des ausgiebigen Quellenstudiums allgemeine Anerkennung gefunden.

Jakob lmig, der 1976 mit dem Bundesverdienstkreuz und 1977 mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes für seine ehrenamtlichen Leistungen, insbesondere auf dem Gebiet der Mundartpflege und der Heimat- und Familiengeschichte am Niederrhein, ausgezeichnet wurde, war aber nicht nur Geschichtsforscher und Volkskundler, sondern auch Dichter.

1966 erschien sein erster Gedichtband „Pälzersche Gedichte“, dem 1980 das zweite Werk „Gereimtes und Ungereimtes uff pälzersch“ folgte.

Unvergeßlich aber wird er den Louisendorfer Bürgern durch das von ihm im Oktober 1977 vertaßte Heimatlied im Gedächtnis bleiben.

Am 27. Oktober 1994 ist der weit über die Grenzen Louisendorfs hinaus bekannte Heimatdichter und Heimatforscher Jakob Imig gestorben.

(Josef Jörissen, 175 Jahre Louisendorf. Chronik eines Pfälzerdorfes am Niederrhein. Bedburg-Hau 1995, S. 103)

 

Nachlass von Jakob Imig

Jakob Imig hat seinen literarischen und heimatkundlichen Nachlass der Gemeinde Bedburg-Hau vermacht. Der Bestand ist verzeichnet und kann im Jakob-Imig-Archiv in Louisendorf eingesehen werden. Eine vorherige Terminabsprache mit dem Archivar der Gemeinde Bedburg-Hau ist erforderlich.

Der Bestand dokumentiert die weit gefächerte schriftstellerische und heimatkundliche Tätigkeit von Jakob Imig:
1 Gedichte und Prosa in pfälzischer Mundart
2 Aufsätze (Manuskripte und Veröffentlichungen)
3 Dokumentationen
   • Quellen zur Pfälzer Geschichte
   • Familienforschung
   • Kirchenbuchabschriften (evangelische Gemeinden)
   • Klassikal- und Kreissynodalprotokolle (Abschriften)
   • Wetterbeobachtungen
   • Sonstiges
4 Karten und Pläne
5 Korrespondenz und Biographisches

Ergänzt wird der Bestand durch die Handbibliothek Jakob Imigs, die u.a. Konversationslexika, Atlanten und Kartenwerke, Allgemeine Geschichte, Niederrheinische Regionalgeschichte, pfälzische und Louisendorfer Geschichte, Familienforschung, Kirchengeschichte, Sprache und Mundart enthält.