Fragebogen zur Dialektvielfalt: Wer kann Platt?

Dr. Georg Cornelissen (Foto: Nina Gschlößl, Köln)
Dr. Georg Cornelissen (Foto: Nina Gschlößl, Köln)

Wer einen der in der Gemeinde Bedburg-Hau gesprochenen Dialekte beherrscht, ist herzlich eingeladen, einen Fragebogen auszufüllen: Darauf finden sich eine „Schubkarre“, ein „Maulwurf“, ein „Frosch“, ein Paar „Hosenträger“ und 27 weitere Fragen: Wie heißt das auf Platt? Die Einladung schließt die Menschen in Louisendorf mit ihrem Pfälzer Dialekt ausdrücklich mit ein.

Gestartet wurde die Aktion Ende 2021, bis zum 31. Januar werden die ausgefüllten Fragebögen zurückerwartet. Es handelt sich um ein Projekt des Sprachwissenschaftlers Dr. Georg Cornelissen zusammen mit dem Geschichtsverein Bedburg-Hau.

„Nehmen Sie zum Beispiel die Bezeichnungen für den ‚Frosch‘ oder das ‚Taschentuch‘: Was da bis jetzt schon an Varianten genannt worden ist, hat mich echt überrascht – positiv überrascht“, so Georg Cornelissen in seiner Zwischenbilanz. „Aber je mehr Menschen mitmachen und ihren individuellen Sprachgebrauch einbringen, um so interessanter wird das Ergebnis werden.“

Den Fragebogen können Sie als PDF herunterladen. Er liegt auch dem »Geschichtsbrief« 2021 bei und ist an der Infotheke des Rathauses der Gemeinde Bedburg-Hau erhältlich.

Den ausgefüllten Fragebogen können Sie abgeben an der Infotheke im Rathaus.

Oder schicken an: Geschichtsverein Bedburg-Hau, Rathausplatz 1, 47551 Bedburg-Hau

Oder mailen an: info@gv-bedburg-hau.de

Im »Geschichtsbrief Bedburg-Hau« 2022 möchte der Forscher die Resultate vorlegen und in die Dialektlandschaft des unteren Niederrheins einordnen.

Wer sich für Sprache und Mundart interessiert, ist herzlich auf dem Wissensportal Sprache im Rheinland des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte willkommen.

Neben interaktiven Anwendungen, wie der „Sprechenden Sprachkarte“ (über 150 Dialektaufnahmen) und dem regionalen „Mitmach­wörterbuch“, finden Sie hier jetzt das neue Wissensportal „Sprache im Rheinland“. Sie interessieren sich für Herkunft und Bedeutung von rheinischen Namen wie "Jupp Schmitz" und "Mia Peters"? Diese und viele weitere Vor-, Familien-, Orts-, Gewässer- und Straßen­namen haben wir näher unter die Lupe genommen. Daneben finden Sie umfangreiche Informationen zu Dialekten und Regiolekten:
Wo sagt man zur Zwiebel „Öllich“ und wo heißt sie „Look“? Und wo ist man zum Beispiel „auf Jück“, „auf Schöcklebomm“ oder „auf Jusch/Jüsch“? Ein Blick auf die über 100 Sprachkarten gibt Aufschluss über die regionale Verteilung von typisch rheinischen Wörtern. Aber auch die Sprecher*innen selbst stehen bei uns im Scheinwerferlicht: Bei wem ist ein Satz wie „Et blief hück nix övver“ zu hören? Und bei wem klingt das eher so: „Et bleibt heute nix übber“?

Natürlich ist das Wissensportal noch längst nicht vollständig – das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte arbeitet weiterhin daran und stellt Woche für Woche weitere Artikel, Sprachkarten und Tonaufnahmen ein.